DESTILLATION

Destillation (lat. destillare „herabtröpfeln“) ist ein thermisches Trennverfahren, um ver-dampfbare Flüssigkeiten zu gewinnen oder Lösungsmittel von schwer verdampfbaren Stoffen abzutrennen. Die Destillation hat gegenüber anderen Trennverfahren den Vorteil, dass in der Regel keine weiteren Stoffe wie Adsorbentien oder Lösungsmittel hinzu-gefügt werden müssen.

 

Bei der Destillation wird zunächst das Ausgangsgemisch zum Sieden gebracht. Der entstehende Dampf, der sich aus den

 

verschiedenen flüchtigen Komponenten der zu trennenden Lösung zusammensetzt, wird in einem Kondensator durch Abkühlen wieder verflüssigt.

 

Im Anschluss wird das flüssige Kondensat aufgefangen.

 

Typische Anwendungen der Destillation sind das Brennen von Alkohol und das Destillieren (die Rektifikation) von Erdöl.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Destillation

MEHRSTUFIGE DESTILLATION

Durch mehrfache erneute Destillation des Kondensates gelangt man im Siedediagramm auf einer Zickzacklinie immer näher an die Reinsubstanz heran.

 

In der Praxis erreicht man durch den Einbau einer Kolonne zwischen Destillationsblase und Destillenkopf schon durch einmalige Destillation eine deutlich erhöhte Trennlei-stung.

 

Die Anzahl der für die gleiche Trennleistung benötigten Einzeldestillationen wird als „theoretische Bodenzahl“ bezeichnet, so genannt nach dem Verfahren der Erdöldestillation in sogenannten Glockenbo-den-Kolonnen.

 

An der Oberfläche der Kolonne stellt sich durch Kondensation und Verdampfung das Gleichgewicht zwischen flüssiger und Gasphase ständig neu ein, wodurch nach oben hin der Anteil des niedrigsiedenden Bestandteils immer weiter ansteigt, während die höhersiedende Komponente in die Destillationsblase, den Sumpf, zurückfließt.

 

 

Falls die zu trennenden Stoffe ein Azeotrop bilden, so treffen sich Siede- und Tau-punktkurve nicht erst bei den Reinsubstanzen.

 

Eine destillative Trennung ist dann nur bis zu diesem Punkt möglich.

 

Allerdings ist das azeotrope Mischungs-verhältnis druckabhängig, so dass durch eine Vakuum- oder Überdruckdestillation doch eine weitere Trennung möglich ist.

 

Das Azeotrop zwischen Ethanol und Wasser im Verhältnis ca. 25 : 1 (bei Umgebungs-bedingungen) begründet die übliche Handels-mischung eines „96-prozentigen Alkohols“.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Destillation

GESCHICHTE

Die Destillation von Pech und Teer zur Abdichtung von Schiffen, als Klebemittel und auch als Heilmittel ist seit der Jungsteinzeit bekannt; sie wurde mit einfachsten Mitteln bewerkstelligt. In der Antike wurden vor allem ätherische Öle, als Riech- und Duftstoffe, destilliert.

 

Die ältesten bisher bei archäologischen Ausgrabungen aufgefundenen Darstellungen von Geräten, die zur Destillation genutzt werden können stammen aus Mesopotamien, dem heutigen Irak, und werden auf ein Alter von über 5500 Jahren geschätzt.

 

Diese ersten Geräte bestanden aus einem Gefäß mit einem Deckel, an dem sich beim Erhitzen das Destillat niederschlug. Damit diese Flüssigkeit nicht wieder in das Gefäß zurück tropfte, verwendete man im Deckel Schwämme oder Wollbüschel, um die Flüssigkeit aufzusaugen.

 

Diese wurden dann einfach regelmäßig ausgepresst, um das Destillat zu erhalten.

 

Mit derselben Methode erzeugten griechische Seefahrer um 500 v. Chr. Trinkwasser aus Meerwasser.

 

Aristoteles beschrieb unter anderem im 4. Jahrhundert vor Christus, wie Meerwasser durch Destillation trinkbar gemacht werden kann.

 

Als um die erste Jahrtausendwende (1000 n. Chr.) die Schwefel- und Salpetersäure und vor allem der Trinkalkohol (Ethanol) entdeckt wurden, gewann die Destillation erheblich an Bedeutung.

 

In der frühen Neuzeit wurde begonnen, die Destillation auch für medizinische Zwecke einzusetzen. Die Destillation von Ethanol unterliegt in vielen Staaten Beschränkungen, Kontrollen und speziellen Steuern.

 

für Deutschland siehe hierzu:

https://de.wikipedia.org/wiki/Branntweinmonopolgesetz

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Destillation